Wann lösche ich ein Photo?

1. Welche Fotos lösche ich aus handwerklichen Gründen sofort?

  • Unschärfe
  • Unpassende Mimik (z.B. geschlossene Augen)
    •  Personen mit Sonnenbrille
    •  falsch belichtet
    • unpassende Haltung oder Pose
    • unpassendes Framing
    • “Selbstauslöser“/Fehlauslösungen
    • Preshots zur Kalibrierung
    • unpassender Hintergrund
    • oder sonst „verpatzte“ Aufnahmen.

2. Welche Fotos lösche ich aus juristischen Gründen?

  • Fotos von unbegleitenden Kindern
  • Personen mit Behinderungen
  • Fotos mit Werbung (abhängig vom Verwendungszweck)
  • Fotos mit Autonummern oder sonstigen Kennzeichen, die eindeutig jemand identifizieren können
  • Fotos mit unbeteiligten Dritten (Ausnahme Streetfotografie)
  • Fotos von Personen, die klar zum Ausdruck bringen, nicht fotografiert werden zu wollen
  • Fotos mit unpassendem Hintergrund, die die Person in ein unpassendes Licht stellen können
  • Fotos mit unzüchtigem Handlungen

Eigentlich versuche ich solche Fotos erst gar nicht zu machen, aber
machmal huscht halt etwas ins Bild oder der Fotograf ist unkonzentriert.

3. Welche Fotos lösche ich aus künstlerischen Gründen?

Alle die ich will.

4. Welche Fotos lösche ich aus informationstechnischen Gründen?

Je höher die Auflösung, je grösser der Speicherplatz. Fotos, die ich bestimmt nie bearbeiten werde, lösche ich.

5. Es wurden viel mehr Bilder von mir gemacht, als ich im Internet sehe …

Welches Bild bearbeitet, eingestellt, gelöscht oder allenfalls verkauft wird, entscheidet allein der Fotograf. Grundsätzlich – und ohne Ausnahme – gebe ich keine unbearbeiteten Fotos heraus.

Grundsätze

Grundsatz 1 : Forderungen nach Fotos

Niemand hat Anrecht auf ein Foto, wenn ich es kostenlos mache. Ich
empfinde solche Forderungen als sehr unpassend und lösche diese dann gleich sofort. Wenn jemand ein kostenloses Foto
erhält, soll er dafür dankbar sein und nicht noch Forderungen nach
weiteren Fotos stellen, drohen oder schimpfen. Rede leider aus Erfahrung.

Grundsatz 2 : Terminliche Forderungen

Ich fotografiere und bearbeite Fotos, weil es mir Spass macht und wenn
ich Zeit und Lust habe. Jede terminliche Forderung ist zwecklos.

Grundsatz 3 : Forderungen nach einer bestimmten Bearbeitungsmethode

Wenn jemand eigene künstlerische Vorstellungen hat, kann er sich gerne selbst eine Kamera kaufen und diese damit umsetzen.

Grundsatz 4 : Forderungen via Dritte deponieren

Ich verteile meine Visitenkärtli mit meiner E-Mail-Adresse. Will jemand
etwas von mir, soll er sich direkt bei mir melden. Forderungen, die via
Dritte übermittelt werden, ignoiere ich.

Grundsatz 5: Zusendung von Datenträger

Bei Gratisshootings käme es mir niemals in den Sinn, die Daten auf einen
anderen Datenträger zu brennen/kopieren, dieses zu verpacken, zu
adressieren und diese dann noch auf die Post zu bringen.


Werde Photomodell

Ich sehe gut aus und will Fotomodell werden …

Fotomodell = Aussehen * Zuverlässigkeit * Pünktlichkeit * Fleiss *
Bescheidenheit * Posing * Kommunikation und Kooperation mit dem
Fotografen und seinem Team.

Leider muss man immer wieder irgendwo eine „Null“ einsetzen (bei etwa
90%!), was bei dieser Multiplikation dann als Resultierende ebenfalls
„Null“ ergibt. Meistens scheitern Modelle an der Arbeitsmoral und
falscher Selbsteinschätzung.

Als Fotomodell muss man extrem gut aussehen!

Gut Aussehen ist nur eine Komponente von mehreren (siehe oben). Es
gibt durchaus Menschen, die im Alltag gar nicht so gut aussehen, aber
hochattraktive Modelle sind. Sie wissen im richtigen Moment richtig zu
Posen, beherrschen ihre Mimik und wissen genau, wie das Licht auf ihr
Gesicht wirkt.

Steht das Modell im Zentrum?

Merke: auf dem Set dreht sich alles um den Fotografen und nicht um
das Modell. Anfänger-Modelle missverstehen die Situation meist
gründlich. Zudem machen die Fotografen dem Modell dauernd Komplimente –
dies dient jedoch der Arbeitsatmosphäre und drückt kein weiteres
Interesse des Fotografen am Modell (humanoider Photonenrefkektor) aus.
Know your place or you´re out!

Als Fotomodell erhält man fette Gagen

Lediglich Top-(ca. 5-10 Modelle in der Schweiz) und Akt-Modelle
werden für das Shooting selbst bezahlt. Davon leben kann höchstens die
Gewinnerin der letzen Miss Schweiz Wahl für ca. 1 Jahr. Bezahlt ein
Fotograf dennoch eine Gage für ein nichtkommerzielles Shooting, stellt
sich die Frage, ob er an der Fotografie oder eher am Modell selbst
interessiert ist.

Was ist TFP?

Time for Print. Das Modell erhält ein paar bearbeitete Fotos für ihr
Portofolio als Bezahlung. Die Auflösung beträgt 2000px und dürfen
kommerziell nicht weiterverwendet werden. Grundsätzlich mache ich nur
TFP (Time for Print) – ohne Ausnahme!

Werde ich bei einem kommerzielle Shooting bezahlt?

Natürlich. In solchen Fällen erhält das Modell eine Gage.

Beim Fotografen um die Ecke habe ich alle Fotos nach dem Shooting erhalten …

Auftragsfotografie. Der Kunde bezahlt (!) einen Fotografen mit Kamera für eine bestimmte Zeit. Das ist der Deal.

Tattoos

Manche glauben, Tattoos spielen keine Rolle, weil man sie mit
Photoshop entfernen kann. Das kann man tatsächlich, erhöht die Kosten
für ein Shooting aber massiv. Deshalb: Sichtbare Tattoos = nix
Fotomodell.

Curvy Model

„Da ich einen BMI über 25 habe, habe ich sicher als Curvy-Model gute
Chancen. Das habe ich in der Zeitung gelesen.“ Wenn in der Schweiz ca.
5-10 Modelle überhaupt von Shootings leben können, welche Chance hat
dann ein Plus-Size-Model? (Weltweit sind es etwa 10, die Abends nicht
kellnern müssen). Achtung: zu dünne Modelle sind ebenfalls chancenlos.

No show = Never again

Das eiserne Gesetz der Branche. Erscheint das Modell nicht zum
vereinbarten Termin oder ist unpünktlich, erhält es nie mehr einen
Auftrag.

Sexual Harassment

Es ist eine bekannte Masche, dass sich Männer als Fotografen
ausgeben, um an Frauen „heran zu kommen“. Grundsätzlich ist die Masche
einfach durchschaubar: haben diese Lüstlinge eine billige Kamera und
keine Internetseite, hat man es sehr wahrscheinlich mit einem Säuniggel
zu tun. Manchmal können auch Profi-Fotografen sich unangemessen
verhalten, doch ist hier die statistische Wahrscheinlichkeit etwa
dieselbe, wie an jedem anderen Arbeitsplatz. Da der Fotograf viel
riskiert, reicht hier meist ein klarer Hinweis, das man gekommen sei, um
zu arbeiten. Das Modell soll sich auch im Klaren sein, dass es nur
aufgrund guter Fotos weiterkommt. Diese werden vom Kunden ausgesucht –
den das Modell wahrscheinlich nie persönlich sehen wird – und nicht vom
Fotografen.

Alternativen zum Modeln

Modeln ist beliebt, weil die Vorbereitung sich lediglich auf
Schmicken und Ankleiden beschränkt und junge Aspiranten glauben, für den
Rest des Shootings reiche die Schönheit. Genau genommen ist jedoch ein
sehr schwieriger Job, der viel Erfahrung erfordert. Alternativ gibt es
auch die Schauspielerei, den Voice-Actor, das Body-Model, den
Laien-Schauspieler, usw.  – oder werde selbst Fotografin.

Tips zum Äusseren

Afrolook oder Dauerwelle sind sehr unpraktisch, wenn es um das
Freistellen der Fotos geht. Ausgefallene Frisuren (Punk, Mesh, mehrere
Farben, o.ä.) sind kaum gefragt. Fingernägel müssen gepflegt aber nicht
mit Farbe lackiert sein. Falls gewünscht, wird man es dem Modell vorher
mitteilen oder es wird auf dem Set manicurt.

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